Faltmaß

Vom Entwurf zu einer prüfbaren Papierprobe

Nimm ein Blatt Papier, ein Lineal und einen Bleistift. Schreibe zuerst auf, was am Ende entstehen soll: ein einzelnes Infoblatt, eine gefaltete Karte oder ein kleines Heft. Notiere das gewünschte geschlossene Format und die Zahl der Seiten. Ein Blatt hat zwei Seiten; eine Faltung kann daraus mehrere sichtbare Seitenflächen machen. Diese Begriffe solltest du im Entwurf auseinanderhalten, damit Papierbedarf und Seitenfolge verständlich bleiben.

Zeichne anschließend den äußeren Rand des geplanten Formats. Trage wichtige Abstände von dieser Kante aus ein, etwa den Abstand einer Überschrift oder eines Textkastens. Verwende für die erste Probe bewusst einfache Inhalte: Seitennummern, einen Pfeil für oben und einen kurzen Beispielsatz. So erkennst du Fehler in Lage und Reihenfolge, ohne dass eine aufwendige Gestaltung sie verdeckt. Schreibe alle Maße mit ihrer Einheit auf.

Falte das unbedruckte oder von Hand beschriftete Muster so, wie das spätere Stück benutzt werden soll. Blättere es durch und nummeriere die sichtbaren Seiten in Lesereihenfolge. Öffne es danach wieder. Jetzt siehst du, welche Seiten auf dem flachen Blatt nebeneinanderliegen. Bei einem Heft ist diese Anordnung nicht einfach dieselbe wie die fortlaufende Reihenfolge der Textseiten.

Erstelle zuletzt eine kleine Druckprobe mit einer Messstrecke, beispielsweise hundert Millimetern. Prüfe die Einstellung für die Ausgabegröße und miss die gedruckte Strecke nach. Kontrolliere außerdem, ob wichtige Elemente vollständig sichtbar sind und ob Vorderseite, Rückseite und Faltung zusammenpassen. Eine richtige Messstrecke allein bestätigt noch nicht die Seitenfolge. Notiere deshalb Maß, Ausrichtung und Reihenfolge getrennt. Ändere bei einer fehlerhaften Probe möglichst nur eine Einstellung und kennzeichne die nächste Version, damit du die Ergebnisse vergleichen kannst.

  1. Endformat, Seitenzahl und geplante Faltung notieren.
  2. Ein einfaches Muster mit Nummern und Oben-Pfeil zeichnen.
  3. Das Muster falten, durchblättern und wieder öffnen.
  4. Eine Messstrecke drucken sowie Maß und Seitenfolge getrennt prüfen.
Vier getrennte Prüfungen am Blatt
Format, Lage, Faltung und Maßstab beantworten unterschiedliche Fragen. Eine beschriftete Probe macht sichtbar, welche davon bereits stimmen und welche noch angepasst werden müssen.

Papier verstehen, bevor es in den Druck geht

Acht kurze Anleitungen für Formate, Faltungen und einfache Druckproben. Jede verbindet eine nachvollziehbare Rechnung mit einer Prüfung am Blatt.

Warum A-Formate beim Halbieren ähnlich bleibenEin A4-Blatt misst 210 mal 297 Millimeter. Die besondere Proportion erklärt, weshalb ein halbiertes Blatt wieder eine ähnliche Form erhält.Plane die Faltung zuerst mit einem leeren BlattEine einzige Faltung verändert Vorderseite, Rückseite und Öffnungsrichtung. Ein beschriftetes Papiermodell macht diese Beziehungen sichtbar, bevor du den Text setzt.Halte Formatkante und Inhaltsbereich auseinanderDer äußere Rand eines Formats ist nicht automatisch ein guter Platz für Text. Lege einen nachvollziehbaren Inhaltsbereich an und prüfe ihn.Ein Skalierungswert verändert beide KantenBei einer gleichmäßigen Skalierung gilt derselbe Faktor für Breite und Höhe. Die Fläche ändert sich deshalb anders als eine einzelne Kante.Prüfe die Heftfolge am MusterDie Lesereihenfolge eines Hefts unterscheidet sich von der Anordnung auf den offenen Blättern. Ein nummeriertes Muster verhindert vorschnelle Annahmen.Miss den Prototyp gezieltEine Druckprobe wird aussagekräftiger, wenn du schon vorher weißt, was du prüfen willst. Wähle wenige Maße mit klaren Bezugskanten.Wähle die Ausrichtung nach dem InhaltHochformat und Querformat tauschen Breite und Höhe. Die Papierfläche bleibt gleich, doch Zeilen, Spalten und Bildanordnung erhalten andere Grenzen.Prüfe hundert Prozent mit einer MessstreckeDie Einstellung für die Ausgabegröße soll zum Entwurf passen. Eine gedruckte Messstrecke zeigt, ob die gewünschte Länge tatsächlich auf dem Papier ankommt.